Flughafen Madrid-Barajas – Herausforderung für Flugzeugreifen und Schuhsohlen

Flughafen Madrid-Barajas – Herausforderung für Flugzeugreifen und Schuhsohlen

Spaniens größter Flughafen, der Anfang der 30er-Jahre seinen Betrieb aufnahm und dessen Terminals und Pisten seither kontinuierlich erweitert wurden, zählt mit knapp sechzig Millionen Passagieren zu den Größten der Welt. In Europa befindet er sich auf Platz 5 nach London-Heathrow, Paris-Charles de Gaulle, Frankfurt und Amsterdam.

Farben weisen den Weg

Die jüngste Erweiterung,, das 2006 eingeweihte Terminal 4, ist ein farbenfrohes, futuristisch erscheinendes Gebilde aus geschwungenen Decken und einem mit 1.200 Metern schier endlosen Gang, das mehrere Architekturpreise gewann, unter anderen den hochangesehenen britischen Stirling-Preis und den europäischen RIBA-Preis. Im Innern bestechen rohrartige Säulen in den Farben des Regenbogens, die diese Abfertigungshalle in ihre verschiedenen Bereiche einteilen und mit deren Hilfe man sich orientieren kann.

Vom Laufen und Fahren

Wer einmal durch die Handgepäckkontrolle durchgekommen ist und sein Gate auf der Anzeigentafel sucht, kann durchaus erleben, dass die ebenfalls angezeigte Zeit zum Erreichen des Gates auf dreißig Minuten und mehr geschätzt wird. Da ist es ratsam, gut zu Fuß zu sein und zunächst zumindest die Nähe des Einstiegs aufzusuchen, bevor man sich den zahlreichen Geschäften, Bars oder Restaurants widmet. Madrid-Barajas hält mit 940.000 Quadratmetern Gesamtfläche den Weltrekord in Ausdehnung der Terminals!

Es ist also empfehlenswert, am Reisetag gut besohlte Schuhe zu tragen. Auch die Flugzeugreifen werden hier wie nirgendwo sonst beansprucht: Madrid-Barajas verfügt über eine Landebahn, die den Anreisenden vom Aufsetzen der Räder bis zur Ankunft an der Schleuse an einen Tagesausflug ins Grüne erinnert. Schier endlos rollt das Flugzeug über die Bahn. Wegem der vielen Kurven, liegt das Terminal mal zur rechten, mal zur linken Seite, weshalb man sich schon mal fragen kann, ob der Flieger eventuell auf dem falschen Flugplatz gelandet ist und der Pilot den Rest des Weges auf der Straße zurücklegt. Auch hier behauptet der Flughafen den Spitzenplatz auf der Liste der längsten Landebahnen der Welt.

Kundenorientiertes Design

Doch die langen Wege werden durch die gelungene Planung und Ausstattung des Gebäudes reich belohnt. Das Terminal 4 wird nicht zu Unrecht als eine „Stadt, die zum Fliegen konzipiert wurde“ bezeichnet. Seine Struktur begleitet den Reisenden auf seinen vier Etappen Ankunft, Eintritt, Gepäckaufgabe und Start in einer in sich schlüssigen Konzeption, die es fast unnötig macht, sich an Hinweisschildern zu orientieren. Große Kristallwände lassen angenehmes Tageslicht hinein, eine unsichtbare akustische Dämmung verhilft trotz der vielen Passagiere zu einer ruhigen Atmosphäre, und das Raumklima besticht durch frische Luft.

Flugsicherheit im Einklang mit der Natur

Ende der 60er-Jahre wurde ein anderes Flugobjekt zunehmend zu einem Problem: Falken. Ihre Verbreitung im Flugraum von Madrid behinderte immer häufiger sicheres Starten und Landen, bis ein bekannter spanischer Naturschützer auf eine geniale Idee kam: Durch den Einsatz von domestizierten, trainierten Falken und die Nutzung ihrer dominanten territorialen Wesensart konnten die „Eindringlinge“ aufgespürt und vertrieben werden.

Ausblick

Die jüngsten Erweiterungen zielen vor allem auf den Ausbau des kommerziellen und gastronomischen Angebotes. Bisher leere Flächen werden für Ladengeschäfte hergerichtet, die die bekanntesten Marken aus aller Welt beherbergen sollen.

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