Das BER-Disaster

Das BER-Disaster

Der Flughafen Tegel platzt schon lange aus allen Nähten, Schönefeld kann da auch keine Abhilfe schaffe und deshalb hatten sich Berlin und Brandenburg darauf geeinigt, einen neuen Flughafen vor den Toren der Großstadt zu bauen. Der Vertrag wurde 1996 unterschrieben, der erste Spatenstich fand 2006 statt. Sechs Jahre lang wurde an dem Flughafen gebaut, der einer der Größen in Deutschland werden sollte. Für 2012 war der Umzug geplant, die Kisten waren schon gepackt, die Schalter probeweise in Betrieb genommen. Der Masterplan sah genau vor, wann welche Fluggesellschaft die neuen Büros bezieht und welche Mitarbeiter zuerst gehen. Doch dann, vier Wochen vor der Eröffnung, kam der Schock: Beim Brandschutz wurden so gravierende Mängel gefunden, dass an einen Betrieb nicht zu denken war.

Kein Gesamtplan vorhanden

Das Debakel hatte viele Ursachen und forderte zumindest einige politische Opfer. Das prominenteste war der regierende Bürgermeister Klaus Wowereit, der erst als Aufsichtsratsvorsitzender und dann als Bürgermeister zurücktrat. Im Laufe der kommenden Jahre zeigten sich immer mehr Mängel bei der Fertigung und bei der Planung. Eine der größten Fehler, den man gemacht hatte, war keinen Generalunternehmer beauftragt zu haben. So werkelten viele kleine Firmen am Flughafen herum, ohne dass jemand die Gesamtverantwortung übernahm. Warnhinweise von der Baustelle an die Planer und politischen Verantwortlichen wurden übersehen. Berlin und Brandenburg waren so stolz auf ihren Flughafen, dass sie sich nicht mit Details beschäftigen wollten. Mittlerweile liegt der Flughafen seit 7 Jahren brach und kostet Millionen im Unterhalt, ohne dass ein einziges Flugzeug dort landen oder starten darf. Eine endgültige Eröffnung steht noch in den Sternen.

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